Drei weitere Rezensionen zu: Knall auf Fall
Andrea Herrmann (Literaturzeitschrift Veilchen), jeanny Mertin und Stefanie Pauke
Andrea Herrmann in der Literaturzeitschrift: Veilchen
"Diese Anthologie mit Kurzgeschichten und Erzählungen beschreibt alle Varianten, wie
man verlassen werden kann und wie man mit diesem Alleinsein umgeht.
Das Ende von Beziehungen und Liebe tritt ein durch Trennung oder Konkurrenz, aber
auch durch den Tod. Vielleicht muss jemand aus einer Beziehung ausbrechen wie der
Schmetterling den schützenden Kokon verlässt. Vielleicht lernt der eine oder andere
etwas aus der Einsamket. Wut und Selbstmitleid lassen sich bis zum Letzten auskosten.
Auch andere zwischenmenschliche Beziehungen ende oder ändern sich. Die Tochter zieht
aus, ein Baby stirbt.
Insgesamt handelt es sich um ein vielseitiges, anregendes Buch, das die Facetten der
Einsamket beleuchtet. Jeder Text erschafft eine eigene Welt und spricht eine eigene
Sprache, sodass das Buch von der ersten bis zur letzten Seite immer neue Entdeckungen bietet.
Die Geschichten sind poetisch bis ironisch, gefühlvoll oder auch bitterböse. Immer jedoch betont
die stille oder laute Einsamkeit den Wert ziwschenmenschlicher Beziehungen. Sogar besser als
ein Band voller Liebesgeschichten könnte.
Jeanny Mertin schreibt:
Mit diesem Buch hat der Cenarius-Verlag eine hervorragende Anthologie
herausgebracht.
Verlassensein, Loslassen, Abschied nehmen...
Schlagworte, die diese Buch beschreiben.
Wir werden plötzlich damit konfrontiert, sogar wenn es gewünscht oder
geplant ist überrumpelt es uns.
Es trifft uns erst wirklich, wenn die Tatsache einkehrt. Damit umzugehen gibt es
viele Arten, wie die zahlreichen Autorinnen und Autoren in diesem Buch
hervorragend beschrieben haben.
Verlassen sein... Dieser Zustand geht immer einher mit Sehnsucht, Träume und
Einlassen in neue Wege.
Sehnsucht nach dem Gestern, wo noch alles vertraut war...
Träume und Wünsche, das Gestern abzuschließen, um etwas neues zu starten...
In diesem Buch wurden viele verschiedene Trennungen in tollen
Geschichten festgehalten, dabei geht es nicht nur um Tod, Scheitern
von Beziehungen.
Auch um Verabschiedungen eingefahrener Lebenseinstellungen, Loslassen und
vieles mehr.
Sehr toll fand ich die Geschichte...
Kann ich eigentlich nicht sagen, denn jede Geschichte hat ihren Platz in der
Rangliste ganz oben.
Viel Spass wünsch ich allen, die sich diese Anthologie für ein gutes
Preis-Leistungs-Verhältins (14,80 € - Cenarius-Verlag, Hagen) gönnen
und sich wie ich nicht daraus lösen können, bevor nicht auch die
letzte Erzählung gelesen wurde.
Stefanie Pauke:
"Knall auf Fall allein - Vom Verlassensein", das Buch, das eigentlich den Titel "Plötzlich allein" tragen sollte.
Dieses Buch beherbergt viele Kurzgeschichten die zum Nachdenken anregen über den Tod, das Verlassen werden, den Auszug der großen Tochter und vieles mehr.
Wir alle wurden schon einmal verlassen, oder haben einen geliebten Menschen verloren und jeder kommt und kam anders mit der Situation klar, doch wie schreibt der Herausgeber im Vorwort?
Zitat:,,So unterschiedlich das Autorenteam die Thematik literarisch und inhaltlich interpretiert, so unmittelbar erfassen uns ihre Gedanken und Gefühle. Im Schmerz sind wir uns nicht mehr fremd.
Knall auf Fall."
Am meisten berührt hat mich die Geschichte von Stefanie Kißling und das nicht, weil sie eine Namensvetterin ist, sondern weil ihre Geschichte so viel ausdrückt. Ein Mann, der von seiner toten Partnerin nicht in der Vergangenheitsform sprechen kann, der sich an die Vergangenheit klammert und sie nicht loslassen möchte und sie hofft, dass er es irgendwann kann.
Es gibt natürlich noch viele andere schöne und traurige Geschichten in diesem Büchlein und auch einige, die mich nicht so sehr angesprochen haben.
Diesem Buch Sterne zu geben ist sehr schwer, da einige Autoren 5 Sterne verdient hätten und andere nur 3, demnach gibt es von mir 4 Sterne für das gesamte Buch.





