Eberhard Höppner bespricht: Lass uns ins Blaue reisen
Das lyrische Hörbuch von Uwe Helfrich
Rezension zu 8.10.2011©hoebi39
Lass uns ins Blaue reisen
Das wir sind
Lyrik von U. Helfrich ( Hörbuch)
………………………………………………………………………………………………….
Mancher – wie ich –braucht Mut. Es ist ein modernes Medium, ein Hörbuch.
Neu, besonders wenn man das Lesen noch in der ‚Fibel‘ und das Schreiben auf Schiefer gelernt hat.
Und, - man muss neugierig sein.
Und, - man muss Vertrauen haben; in den Dichter und den Literaturempfehler.
Und, und, und – eben Mut - zum Erlebnis und zur eigenen Meinung !
Vorweg:
Die musikalischen Einstimmungen finde ich passend und gut für Geist und Ohr.
Gleich anfangs, noch in Deutschland, werde ich auf die beginnende Reise bildhaft vorbereitet.
Gefühle; Erwartungen; Liebeserklärung --- der Dichter fragt und sagt! Er erklärt mir warum Gedichte abrüsten!
Aber es bleiben auch Fragen. ‚Wonne‘ war schwer zu verstehen; lag es an mir?
Bei ‚Alb – Deutschland‘ musste ich an Heine’s Wintermärchen denken ---- unabhängig von Jahreszeiten!
Mit Vogelgezwitscher, dem Kinderlied und einem Glas des Glücks geht die Reise über die Niederlande nach Nahost.
In Israel ‚Ist es der Wind‘, der zum Träumen verführt. Auch die ‚Nachtillusion‘ (mit Katze) sowie der ‚Orientalische Dialog‘ lassen mich an der Reise kurzweilig teilnehmen.
Ich gewinne den Eindruck, der Dichter ist in Eile. Denn schon sind wir wieder in Europa.
In Spanien lässt ‚Das Meer‘ den Regenbogen, der sicher auch der ‚Passantin in Almeria‘ gefallen hätte, erscheinen. Gleich werde ich in das Theater von Málaga gebeten und freue mich hier dem ‚Erzengel‘ begegnet zu sein. Mehr geht aber auch nicht.
Wir müssen nach Osten reisen.
Probleme hat der Leser in der Ukraine, denn er versteht ‚Simferopol‘ nur sehr schwer. Auch im Sammelsurium des ‚Überlebensbasars‘ erlebe ich von allem etwas, ohne zu erkennen, bin ich in einem Werbespot oder ist es das Erlebte die Wahrheit. Leider kann ich das jetzt nicht klären; aus Zeitgründen. Ich muss wieder mit dem Dichter reisen; weit reisen!
USA –ein großes Land.
Aber keine Angst und auch keine übersteigerte Freude, je nach Gemüt und Laune.
Zuerst nach Arizona. Nach ‚Phoenix‘ – die Hauptstadt – in der es keine Schüsse gibt(?), wo es blaue Indianer gibt und die Weißen tot sind. Wir sehen den Kalender der Traurigkeiten und der Unmöglichkeit, bevor mir der Dichter als Fischer (oder andersrum) in der ‚Wüste‘ den Kaktus erklärt.
Danach North Carolina, wo der Raps für die Natur spricht, in mich hinein wirkt; zur Bereitschaft die Natur zu retten.
Jetzt brauchen meine Ohren eine Pause, denn der ‚Raps‘ war stellenweise sehr leise.
2
Gelegenheit dazu habe ich auf dem Weg nach Indien – dem nächsten Ziel unseres Dichters.
‚ DEWAS‘ macht mich hilflos; und der Dichter sagt auch warum. Dafür wird mir ‚Im Garten des Hotelrestaurants’ alles schön und gut erklärt, ich genieße ‚3:00 Uhr nachts‘ die Ruhe und alles ist im Lot. Ich beobachte, wie die die Kuh die Straßenseite wechselt und erfreue mich in ‚Shivaratri‘ der Feste, der Blüten und der Girlanden.
Das war‘s. Abflug nach Europa!
In Belgien treffen wir Leute in der Kleinstadt und bekommen Herztrommeln mit dem eigenen Ist. Ich verbringe den Rest der Zeit von ‚14:30 Uhr‘ bis ‚21:00 Uhr‘ und freue mich dann, dass Amsel und Frosch schon schweigen.
Dann Rückflug nach Deutschland
In Berlin - angekommen; am Brunnen vor dem Tore?!
‚Daheim‘ ist Regen und Jedermann. Gedanken um ‚19:00 Uhr‘, aber auch sonnabends.
‚Nach den Nachrichten‘ spüre ich bitteren Tau und Durcheinander im Kopf.
Was hat sich bei mir eingesponnen? Herzdame, -bube, gar –könig?
‚Vorsicht‘ in Berlin.
Zurück nach NRW (Nordrhein-Westfalen) - in den ‚Steinbruch meiner Tage‘ – sagt der Dichter.
Dort erklärt er die ‚Höhlenzeichnungen‘ plastisch und lässt in ‚Erwachsen‘ selbst Hand anlegen.
Schließlich ruft er lautlos. ‚Dich…‘!
Meint er auch die nun Bekannten in den bereisten Länder und Kontinente: Europa, USA und Asien?
Die Reise war anstrengend und bildend, wie Reisen so sind!
Abseits von Prospekten und Schlagzeilen habe ich ein Stück WELT erlebt. Dabei musste ich nicht mal den Globus drehen oder eine Bahnhofstreppe überwinden.
Der Dichter hat gut geführt, ein Reiseleiter der Gefühle also!
Sein lyrisches Reise-Hörbuch kann ich empfehlen; auch dem Neuling am „Hörgerät“!
Eberhard Höppner, Dresden





