cenarius VERLAG

Die andere Seite der Nacht

Lyrik und Kurzprosa voller Romantik

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Autor: Eva Schwarz

ISBN: 978-3-940680-4-4

117 Seiten, € 9,90

Lyrik und Prosa im cenarius Verlag:

"Die andere Seite der Nacht"

Mit dieser Sammlung von Lyrik und Kurzprosa verbindet Eva Schwarz Elemente von Mythologie und Romantik zu einem gefühlvollen Lesebuch.

„...die Unmittelbarkeit der Gefühle zu erfassen und mit Wortgewalt zu beschreiben macht diese Textsammlung so einmalig...“
Simone D. (Musikerin und Autorin)

„...hatte ich endlich wieder einmal Zeit, der Hektik zu entfliehen und in diesem Buch einen Spiegel meiner Selbst zu finden...“
Hans Mihur (freier Autor und Therapeut)



Leseproben


Schlafende Wächter

(eine Hommage an Franz Kafka)


Wecke keine schlafenden Wächter.
Sie sind so hoch gewachsen, so riesengroß und bis an die Zähne bewaffnet.
Ihr Gebiss gebleckt, gelb und scharf, ihr Blick durchdringen wie ein
wuchtiger Pfeil.
Ihre Hände wriken wie Raubtierklauen, am Gürtel tragen sie breite
Schwerter und auf dem Boden vor ihnen liegen die Hellebarden griffbereit.
Wecke keine schlafenden Wächter.

Vermutlich sind die Waffen blutbeschmiert, von den armen Opfern, ie sie
wohl gerne aufgespießt oder in Stücke geschlagen haben. Oder beides!
Eine einäugige Krähe hockt über den Schlafenden. Sie starrt zu dir herüber,
hoffentlich macht sie keine lauten Geräusche!
Wecke keie schlafenden Wächter.

Du überlegtst ernsthaft, dich an den Torwachen, die laut schnarchen, vorbei
zu drücken? Es könnte ja sein, dass sie betrunken sind und ihren Rausch
ausschlafen. Wenn du es geschckt anstellst, schaffst du es vielleicht bis
zum Eingang, dem schweren verwitterten Holzportal.
Wecke keine schlafenden Wächter.

Was aber kann alles geschehen? Vielleicht schreckt diese hinterhältige
Krähe die Krieger mit ihrem lauten Gekrächze auf?

Oder aber, die schwere Tür knarrt so laut, dass dieses Geräusch die
Mordbuben aus dem Schlaf reißt.
Wecke keine schlafenden Wächter.

Wer zu viel zweifelt, wird unsicher.
Unsicherheit fördert die Angst.
Angst kann lähmen.

Tja, du hast zwar von den Dingen gehört, die sich jenseits des Portals
befinden. Von den wundervollen, fruchtbaren Gärten, den reinsten Quellen
und Bachläufen, der Blumenpracht und den süßen Früchten.

Aber diese Torwächter!
Diese schrecklichen Gestalten!
Wecke keine schlafenden Wächter.

Ach, wenn man doch so enfach in den Zaubergarten spazieren könnte,
wäre diese Monstren ja wohl nicht hier vor Ort.
Es ist doch glasklar, nicht jedem Hinz und Kunz ist es erlaubt, durch
diese Pforten zu schreiten.
Noch einmal blickst du zu den Höllenhunden hinüber.
Wecke keine schlafenden Wächter.

Dann drehst du dich auf dem Absatz um und kehrst in das triste Hinterland
zurück. Nicht zum ersten Mal. Nicht zum letzten Mal.
Denn du warst schon oft an diesem Platz vor der Tür und hast die schlafenden
Wächter beobachtet.

Deine Sehnsucht nach dem fantastischen Land hinter den schweren Toren
begegnet dir sogar in deinen Träumen, doch man hat dich doch etwas
gelehrt, nicht wahr?
Wecke keine schlafenden Wächter.


Kinder der Nacht

Ich beiße auf meine Lippen
Um sie von dem Kuss zu reinigen
Von der Schmach der wortgewandten Lüge
Tief in der Nacht, an den Gräbern der Liebenden

Kinder der Nacht, Schwester Eule, irgendwer?
Bin ihc denn so verlassen mit dem Mal?
Voller Inbrunst rufe ich
Doch nur Echos aus der Nacht
Klingen in meinen Ohren.


Licht

Am Anfang
in den Ursprüngen
war das Dunkel.

Schwarze Nacht auch am Tage
doch am Ende
des Tunnels
und hinüber in den Zauberwald.

Trägt ein güldenes Einhorn
das unendliche Licht.

Scheine, die Wanderer suchen dich.


Ewiger Winter

Bedeckt die Berge
vom Ewigen Eis
Selten die Wesen
in dieser unendlichen Öde.

Verblichen die Wünsche
im Ewigen Frost.

Schneeblind die Augen
erfroren das Herz.
Der Tod als Traum
des Unsterblichen.
Ewigkeit die Qual
in der Welt ohne Sonne.
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